• Schulhaus überfüllt, Stadtrat ignoriert

    Das Vitzthum-Gymnasium in Dresden hat ein klassisches Problem: zu viele Schüler. Nach jahrelangem hin- und her gab es einen glasklaren Plan von höchster Stelle, was zu tun ist…nur das interessiert die Verwaltung offenbar wenig. Leiden tun darunter die Schüler.

    Das Vitzthum-Gymnasium in Dresden hat bereits einiges hinter sich. Mit der Sturheit der Verwaltung und den Tücken der Schulnetzplanung kennt man sich am Vitz aus. Das Problem fing 2010 an: Damals wurde entschieden, dass die Schule fünf Klassen pro Klassenstufe erhält, also fünfzügig belegt wird. Das Problem: Das Schulhaus war, ursprünglich, nur für vier Klassen pro Jahrgang ausgelegt. Damit war die Schule überfüllt, 25% mehr Schüler als geplant. Am Vitz, das mit über 1000 Schülern eines der größten Gymnasien der Stadt ist, merkt man das in der Praxis: Die Fachräume für Biologie, Chemie und Physik sind voll ausgelastet, die Turnhalle ist vor allem im Winter eigentlich zu klein. Der Speisesaal ist stets voll, da er für so viele Schüler schlicht weg nicht gebaut ist, und in den Pausen sind die Gänge voll mit Schülern.

    All diesen Problemen sollte Abhilfe verschafft werden: Die Verwaltung versprach, man werde ein Erweiterungsgebäude zu bauen, um die Überbelegung auszugleichen. Trotz fortwährender Forderungen von Stadtschülerrat und anderen Institutionen wird der Bau erst 2017, sieben Jahre später, beginnen. Das allein ist, rückblickend, schon eine Panne für sich.

    Doch es kommt noch besser: Um das Problem mit der Überbelegung bis zum Bau halbwegs unter Kontrolle zu bekommen, forderte der Stadtrat die Verwaltung auf, das Vitz bis zum Ende der Bauphase nur mit vier Klassen in der Klassenstufe fünf zu belegen, also vierzügig. So sollte zumindest bei der Aufnahme neuer Schüler ein bisschen Luft geschaffen werden. Der entsprechende Beschluss des Stadtrates wurde einstimmig gefasst, alle Stadträte sprachen sich dafür aus. Und die Verwaltung? Im neuen Schulnetzplan soll das Vitz ab nächstem Jahr wieder fünfzügig aufnehmen – obwohl die Baumaßnahmen frühestens Anfang 2019 fertig sind. Damit setzt sich die Verwaltung, in vollem Bewusstsein dessen, über den einstimmig geäußerten Willen des höchsten Gremiums der Stadt hinweg. Diese Dreistigkeit geht zu Lasten der Schüler am Vitzthum-Gymnasium, die das Handeln der Verwaltung ausbaden müssen.

    DER STADTSCHÜLERRAT DRESDEN ZEIGT DIESEM VORGEHEN DIE ROTE KARTE. WIR VERURTEILEN ES SCHARF, DASS DIE VERWALTUNG SICH ÜBER DEN WILLEN DES STADTRATES HINWEGSETZT. AUCH DIE SCHULVERWALTUNG MUSS DAS WOHL DER SCHULGEMEINSCHAFT, IN DIESEM FALL AM VITZTHUM-GYMNASIUM, IM BLICK HABEN – UND MUSS DABEI AUF DEN WILLEN DES STADTRATES RÜCKSICHT NEHMEN.

  • Unfreiwillige Umzüge

    Mal hier, mal da: Das BSZ Franz Ludwig Gehe wurde in den vergangene Jahre immer wieder hin- und hergeschoben. Jetzt will die Verwaltung einfach genau so weitermachen – gegen den Willen der Betroffen.
    Normalerweise wandern Schulen eher selten durch die ganze Stadt. Wer eine Schule baut, der baut sie da wo sie hin soll, und da bleibt sie auch. Das Schulen umziehen sollte selten vorkommen, bei Sanierungen oder Baumaßnahmen passiert dies manchmal. So zumindest der Plan. Beim Berufsschulzentrum Franz-Ludwig Gehe sieht das anders aus. Die „Handelsschule“, wie sie sich selber nennt, hat eine lange Tradition in Dresden. Ihr Standort hat es nicht: Bereits zwei Mal musste die Schule umziehen.
    Beim ersten Mal hat man es am Ende akzeptiert, auch wenn man nicht begeistert war. Beim zweiten Mal nicht: Schüler, Schulleitung und Lehrer wehrten sich. Verhindern konnten sie dem Umzug am Ende nicht, aber sie trotzten Verwaltung und Stadtrat ein Versprechen ab: Der jetzige Standort in Gorbitz, am Leutewitzer Ring, sollte endgültig sein. Das BSZ sollte sich in Ruhe einrichten und in dem Stadtteil heimisch werden können, Schluss mit Umzügen und Auslagerungen. Doch gerade die Verwaltung hat dies offenbar vergessen: Nun sieht der Schulnetzplan-Entwurf vor, die Schule ein drittes Mal zu verlagern. Von Gorbitz soll es nach Prohlis gehen, vom Westen in den Süden der Stadt, das BSZ geht wieder auf Wanderschaft. Der Zwangsumzug soll über 1200 Schüler durch die ganze Stadt schicken.
    Doch die Handelsschule wehrt sich. In einer Petition protestierten über 600 Unterzeichner gegen die Pläne, am 15. Dezember gab es eine Demo vor dem Stadtrat. Der Schulleiter und die Schülervertretung sagen offen, was sie von der Planung halten. Im Grunde wollen sie alle nur eines: Dass die Stadtverwaltung ihr Versprechen hält und die Schule in Ruhe lässt, dort wo sie jetzt steht.
    WIR POSITIONIEREN UNS GANZ KLAR DAZU: VERSPROCHEN IST VERSPROCHEN, DAS GILT AUCH FÜR DIE VERWALTUNG! DIE HANDELSSCHULE BSZ GEHE SOLL DA BLEIBEN, WO SIE SICH JETZT NIEDERGELASSEN HAT. DER ZWANGSUMZUG, WOHLGEMERKT DER DRITTE IN DEN LETZTEN JAHREN, IST NICHT AKZEPTABEL.

  • Schulen als Frage des Glaubens?

    Eigentlich müsste die Sache klar sein, denn jeder will es haben. Trotzdem gibt es Streit über das Gymnasium Prohlis. Wir haben klar Stellung bezogen.

    Es ist nicht so, dass es in Prohlis mehr Schulen gibt als in anderen Stadtteilen. Auch ist es falsch zu glauben, dass man dort keine Schule bauen könnte: Grundstücke mit guter Verkehrsanbindung sind durchaus vorhanden. Und Schüler gibt es sowieso genug. Ideale Bedingungen also, um über eine neue nachzudenken. Das ganz passiert schon seit einigen Jahren, und im Grunde waren sich auch alle einig: Prohlis soll ein neues Gymnasium bekommen. Aus gutem Grund, denn nur noch knapp mehr als 50% der Gymnasiasten, die im Stadtteil wohnen, werden demnächst auch dort einen Schulplatz finden. Bisher gibt es nur das Hülße-Gymnasium in Prohlis, wer dort nicht aufgenommen wird muss in die Nachbarstadtteile ausweichen.

    Doch das sehen nicht alle so. Zwar haben fast alle Parteien im Stadtrat zwischenzeitlich gefordert, das Projekt umzusetzen, doch die Stadtverwaltung lehnt das Gymnasium Prohlis ab. Sie hat andere Pläne: in einem der Nachbarstadtteile soll ein neues Gymnasium entstehen („Gymnasium LEO“ genannt). Warum? Weil die Verwaltung sich die Arbeit einfach macht: Statt in Prohlis ein Grundstück zu suchen und um die Schule zu werben, tut man lieber so, als gäbe es in Prohlis keinen Bedarf. Die Verwaltung meint, dass die Schüler da Bedarf haben, wo sie sich an einer Schule anmelden. Und wer bisher in Prohlis keinen Schulplatz bekommt (was auf ziemlich viele Schüler zutrifft), der meldet sich in einem der Nachbarstadtteile an. Die Verwaltung sagt nun, dass in diesen Stadtteilen Bedarf besteht. Das kann man so sehen, auf dem Papier stimmt das auch. Nur: Dieser Bedarf ensteht ja, weil in Prohlis keine Plätze vorhanden sind – in Prohlis wohnende Schüler würden gern in Prohlis  zur Schule gehen, doch man lässt sie nicht.

    DER STADTSCHÜLERRAT DRESDEN BEZIEHT HIERZU EINE KLARE STELLUNG: DAS GYMNASIUM PROHLIS MUSS KOMMEN. DAS GEPLANTE GYMNASIUM LEO SOLL IM STADTTEIL PROHLIS ENTSTEHEN, MINDESTENS ABER AN DER GRENZE DAZU. WIR WOLLEN, DASS AUCH PROHLISER GYMNASIASTEN IN IHREM STADTTEIL ZUR SCHULE GEHEN KÖNNEN. DAS HÜLSSE-GYMNASIUM KANN SO VIELE SCHÜLER NICHT AUFNEHMEN, WIR BRAUCHEN EINE NEUE SCHULE IN DER REGION – AUCH WENN DAS DIE VERWALTUNG MEHR ARBEIT KOSTET.

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